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Hier werde ich probieren euch ab und zu von meinen Erlebnissen zu berichten, sodass ihr einen groben Eindruck bekommt und immer mal wieder von mir hört.
Der erste Monat/ September
Die Willkommenswoche
Jetzt bin ich schon fast einen Monat in Ruanda. In diesen erste Monat meines internationalen Freiwilligendienst habe ich so viel erlebt und durfte so viele neue Erfahrungen machen.
Nachdem wir in Kigali ankamen, war die erste Woche unser „ Willkommens-Seminar“. Dort haben uns sowohl Domy ( unsere Mentor und Ansprechpartner in Kigali), die Vorfreiwilligen als auch ein paar der ruandischen Freiwilligen Kigali und unsere Projekte gezeigt.
Spannend war meine erste Motofahrt, weil der Verkehr hier sich doch sehr von Deutschland unterscheidet. Doch mittlerweile hat man sich daran gewöhnt und kann die Motofahrten richtig genießen. Das gleiche gilt für Busfahrten. Wir sind alle zusammen auf den größten Markt des Lands in Kigali gefahren und sowohl der Markt an sich, als auch die Busfahrt waren ein Erlebnis für sich. Die Busse hier fahren erst los wenn sie voll sind. Das heißt hier aber das dieser Bus vom Heck bis zur Frontscheibe keinen Platz mehr für ein Blatt Papier hier hat ( das stimmt nicht ganz, so ungefähr kann man sich das vorstellen).
Diese ganze erste Woche über haben wir auch immer wieder Fußball mit den Locals ( den lokalen Freiwilligen) gespielt. Das hat mir am meisten Spaß gemacht, aber ist hier auch echt anspruchsvoll. Aber durch die Fußballeinheiten konnten wir auch mit vielen Locals ins Gespräch kommen und mittlerweile bin ich auch schon mit einigen sehr eng geworden. So sieht man, dass das Motto vom ASC „ Sport has the power to unit“ schon wirklich stimmt.
Nach der Woche waren wir dann mit fast allen Locals zusammen im Amahro-Stadion und haben uns Ruanda gegen Nigeria angeschaut. Das war ein sehr schöner Abschluss für unser Willkommens-Seminar und hat echt Spaß gemacht.
Der Alltag fängt so langsam an
In den Wochen danach wurden wir langsam in unsere eigentlichen Projekten integriert. Joshua und ich sind an der G.S.Kimisagara und geben dort Sportunterricht für die 7. bis 12. Klasse. Jeweils mit einem Local stehen wir dann von Montag bis Freitag vor 20 bis 45 Kindern und geben aktuell entweder Theorieunterricht zu Volleyball oder Motor Control oder machen praktische Einheiten mit den Kindern. Die Schule ist schon eine der Größten in Kigali und in jeder Pause laufen Hunderte von Kindern auf dem Pausenhof rum und spielen Fußball oder machen andere Spiele. Jedes Mal, wenn ich zur Pausenzeit in die Schule komme, kommen mir Grundschulkinder entgegen und wollen mir die Hand geben und fragen mich, wie es mir geht. Ich finde es eigentlich echt schön, wenn ich dann auf einmal in einem Pulk von Kindern stehst, die dir die Hand geben oder dich umarmen wollen. Allerdings brauche ich dann auch für einen Weg, für den ich normalerweise 2 Minuten brauche, dann 10 Minuten. :). Der Unterricht an sich macht mir auch sehr viel Spaß und in ein paar Klassen werde ich mit einem eingestimmten: „Good afternoon teacher, welcome in Senior 2“ begrüßt.
Neben der Schule gebe ich auch jeden Dienstag und Donnerstag von 10-12 Uhr einen Deutschkurs für Beginner. Dort stehe ich dann auch vor 20 bis 40 Schülern, die aber zwischen 20 und 35 Jahre alt sind. Das macht auch Spaß, ist aber deutlich anstrengender und auch anspruchsvoller als der normale Unterricht.
Neben den Fußballeinheiten, in den ich selber mit den Locals spiele, kann ich jetzt auch als Trainer noch mehr mit den Kindern und einer Girlsmannschaft Fußball spielen.
Das ist aktuell eher noch sporadisch, aber ich habe auch echt schon Lust, als Trainer ein bisschen zu arbeiten.
Von Donnerstags bis Sonntags kommen dann auch die anderen Freiwilligen aus Nyanza und Ruhango zu uns in die WG und wir können gemeinsam das Wochenende verbringen. So konnten wir dann auch schon das Nachtleben von Kigali erkunden und sind in einige Clubs und Bars gegangen. Meist mit Locals zusammen genießen wir dann die Zeit und trinken ein paar Bier.
Und so ging auch schon der erste Monat vorbei und das viel schneller als erwartet. Dadurch ,dsas ich wirklich so viel Neues erlebt, gemacht und gesehen habe, verging die Zeit wirklich wie im Flug. Jetzt im Oktober ist der Plan, dass wir es vielleicht auch mal raus aus Kigali schaffen, um uns ein bisschen von Ruanda anzuschauen. Vielleicht mal einen Nationalpark besuchen und ein bisschen wandern gehen oder so etwas in der Art. Das können wir jetzt auch alles etwas einfacher machen, weil wir jetzt eine Identity-card haben, mit der wir quasi als Rwanda gelten und nicht die Touristenpreise bezahlen müssen.
Die Highlight‘s
Die Highlights des ersten Monats waren für mich die Besuche bei Locals. Joshua und ich wurden einmal zu Prince, einen der Locals, mit dem Joshua zusammen unterrichtet, nach Hause eingeladen und er hat für uns gekocht. Es gab Ugali mit einer Fischsuppe, die mir sehr geschmeckt hat.(Gestern erst habe ich dann selber versucht, Ugali zu kochen und ich fand es ist mir sehr gut gelungen. Ugali ist eine Art Brei, nur fester und wird aus Casavapulver und Wasser gemacht)Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass er uns eingeladen hat und ich finde, dadurch kann man eine noch besser Verbindung zu den Locals aufbauen. Noch krasser war es dieses Wochenende ( 12.10). Dort war ich von Idrissa zu seiner Familie eingeladen (Idrissa ist der Local, mit dem ich gemeinsam unterrichte und mit dem ich auch schon eine sehr gute Beziehung aufbauen konnte). Dort wurde ich herzlich empfangen und habe mit seiner Familie einen ganzen Nachmittag verbracht, mir wurde das Viertel und der Garten gezeigt und ich habe mich nett unterhalten. Das war auch wirklich schön.
Mittlerweile sind genau drei Monate vergangen und meinen eigentlichen Vorsatz ,jeden Monat etwas zu schreiben, habe ich jetzt schon nicht mehr geschafft. Mein Ausweichziel ist mindestens einmal im Quartal etwas zu schreiben. Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich hier nie einen Tag finde, wo wirklich nichts anliegt und ich den ganzen Tag Zeit hätte. Denn in diesen drei Monaten ist ziemlich viel passiert und jetzt kann ich auch nur die Highlights von Oktober und November wiedergeben.
Oktober
Der Oktober hat etwas ruhiger gestartet und nachdem ich die Familie von Idrissa besucht habe, bin ich erstmal meinen normalen Aufgaben in meinen Projekten nachgegangen. Ich habe meine Klassen unterrichtet, selber jeden Montag und Dienstag Fußball gespielt, meinen Deutschunterricht gestaltet und die ersten Tests mit meinen Klassen geschrieben.
Wie vorgenommen, haben wir es dann aber auch mal geschafft, raus aus Kigali zu kommen. Für einen Tag am Wochenende (19.10.) bin ich mit ein paar Freunden und Locals etwa eine Stunde raus aus Kigali gefahren. Wir sind zu einer Hotelanlage an einem See gefahren, wo wir einen Tag Urlaub hatten. Wir konnten dort Volleyball spielen und uns im Pool etwas abkühlen. Das hat wirklich Spaß gemacht und wir hatten alle einen schönen Tag. Die Wochen danach waren relativ normal. Unter der Woche unsere normalen Projekte und am Wochenende ein, zwei Besuche in den heimischen Bars und Clubs. An einem der Wochenenden war ich mit zwei Local-Freunden in einer Kirche hier in Kimisagara. Es war eine christliche Kirche und ich habe einen vollen Gottesdienst miterlebt. Es war schon ziemlich unterschiedlich im Vergleich zu deutschen Gottesdiensten. Gerade in der ersten Stunde wurden viele harmonische und fröhliche Lieder gesungen, dazu wurde getanzt und geklatscht. Dieser Teil hat mir sehr gefallen und ich hatte ziemlich viel Spaß in der Kirche. Der zweite Teil war sehr ähnlich zum Deutschen, eine normale Predigt aber auf Kinyrawanda. In der letzten Woche des Monats habe ich dann auch mal das Skateprojekt von Lilia und Martha, meinen Mitbewohnerinnen, besucht. Ich war erstaunt wie gut ich das noch konnte aber im Vergleich zu den beiden sah ich dann doch wahrscheinlich ziemlich unbeholfen aus. Am 31.10. wurden wir dann alle von der deutschen Botschaft zu einem Kennenlernen und Abendessen eingeladen. Dort kamen dann alle deutschen Freiwilligen, die nach ganz Ruanda von unterschiedlichen Organisationen entsandt wurden, zusammen und man konnte sich austauschen und kennenlernen. Insgesamt waren wir mehr als 40 Leute und nach einer kurzen Rede der Botschafterin gab es Essen und Zeit für die Gespräche. Das war sehr interessant und ich habe mich sehr lange mit den Mitarbeitern der Botschaft über deren Beruf unterhalten. Danach haben wir am gleichen Abend unsere erste Hausparty bei uns veranstaltet. Dort kamen dann viele von den deutschen Freiwilligen, aber auch Locals und wir konnten den Abend schön ausklingen lassen.
November
Wenn ich schreibe, dass der Oktober etwas ruhiger gestartet ist, dann hat der November mit voller Wucht gestartet. Und er hat nicht nur mit voller Wucht gestartet, sondern war bis jetzt auch der Monat, in dem mit Abstand am meisten passiert ist.
Angefangen hat er mit einem Volleyballspiel am Samstag, wo wir mit den Locals fast den halben Tag gespielt haben. Natürlich habe ich alle Spiele gewonnen und die Gegner hatten keine Chance ( fast :). Am Sonntag waren wir dann auf einer ruandischen Hochzeit von Charles eingeladen. Charles ist ein etwa 70 Jahre alter Deutschlehrer am Göthe-Institut, den ich durch Zufall kennengelernt habe. Er kommt aus Ruanda und macht gerade seine Weiterbildung zum nächst höheren Prüfer. Nachdem er mich gefragt hatte, ob ich ihn bei seinen Aufgaben ein bisschen unter die Arme greifen könnte, war ich einige Male bei ihm und wir haben zusammen das Material bearbeitet. Daraufhin hat er mich und die ganzen ASC-Freiwilligen eingeladen, ihn auf die Hochzeit seiner Nichte zu begleiten. In Ruanda werden viel mehr Leute zu einer Hochzeit eingeladen und so haben sich Charles und sein Bruder auch sehr gefreut, dass am Ende alle von uns auf der Hochzeit waren. Sie war auch wirklich schön und ich glaube, für jeden von uns etwas Besonderes. Allerdings war sie auch sehr langwierig und wir sind nach etwa sechs Stunden gegangen. So haben wir die traditionellen Tänzen und die Geschenke für das Brautpaar verpasst. Charles sagte uns, dass es wirklich üblich ist, dass die Familie der Braut eine Kuh von der Familie des Bräutigams geschenkt bekommt. Allerdings eher auf Grund der Tradition.
Das Wochenende darauf waren wir alle gemeinsam mit Charles am Samstag im Kante Haus und haben ein bisschen Kultur gemacht. Kante war einer der ersten Deutschen, die nach Ruanda kamen als es noch ein Teil der deutschen Ostafrika Kolonie war. In dem Haus wurde die koloniale Geschichte Ruandas unter den Deutschen aber auch den Belgiern gezeigt. Aber auch die vorkoloniale Geschichte, in der Ruanda ein Königreich war, wurde gezeigt.
Am Sonntag haben dann Joshua und ich unsere erste „Wanderung“ gemacht. Wir sind mit zwei Local-Freunden über den Mount Kigali zu einem Fußballspiel der Esperance Mädchenmannschaft gelaufen. Bei der Wanderung sind wir etwa zwei einhalb Stunden durch die ärmeren Viertel Kigalis und Wälder gelaufen. Auf dem Mount Kigali hatten wir einen wunderschönen Ausblick über Kigali aber auch über die vielen Hügel und Berge des Landes.
Auch das Fußballspiel war sehr interessant und am Ende war es ein knappes 1 zu 1. Allerdings gab es eine etwas längere Unterbrechung weil es angefangen hat stark zu regnen. Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember ist die erste von zwei Regenzeiten. Es regnet dann nicht den ganzen Tag durch aber wenn es Regne,t dann sehr stark und meist so zwischen 30 Minuten und einer Stunde.
Dann war es soweit. Wir haben unseren ersten richtigen Urlaub gemacht. Am Mittwoch(13.11.) sind wir alle gemeinsam nach Uganda gefahren um dort unsere Mitfreiwilligen aus den Land zu besuchen und zusammen auf ein Festival zu gehen. Schon die Anreise war ein Abenteuer, denn unser Bus hatte nach einer guten Stunde Fahrt eine Panne und musste ersetzt werden. So mussten wir zwei Stunden auf einen neuen Bus warten und konnten dann endlich weiter fahren. Nach 12 Stunden sind wir dann in der Hauptstadt von Uganda „Kampala“ angekommen. Von dort aus haben wir uns dann ein Taxi gesucht und sind weitere vier Stunden durch Kampala und das Land gefahren, um zu unserem endgültigen Ziel „Jinger“ zu kommen. Dort waren wir dann vier Tage zusammen mit den dort lebenden Freiwilligen, haben die Stadt und Umgebung erkundet, waren am Nil und einer Nilquelle und auf dem „Lake Viktoria“. Dieser ist enorm beeindruckend allein durch seine schiere Größe. Die Hauptattraktion des Urlaub war allerdings ein „Afrofestival“. Auf diesem waren wir jeden Abend von Donnerstag bis Samstag, haben uns die Musik angehört, etwas getrunken und Spaß gehabt. Am Sonntag sind wir dann früh aufgestanden, um uns auf den Heimweg zumachen. Dieser hat den ganzen Tag gedauert und so kamen wir ohne Zwischenfälle am Montagmorgen um 5:00 Uhr in Kigali an. Jetzt würde man denken, dass man nach so einer anstrengenden und aufregenden Reise Zuhause sofort ins Bett fallen würde, doch das galt nicht für mich und Joshua. Wir hatten nämlich am Montagmorgen um 6:00 Uhr ein Fußballspiel mit unseren Lokalfreiwilligen. (Es ist Tradition, dass das Esperance Team (meins) über das Jahr verteilt Testspiele gegen die U21 von AS Kigali ( einem Erstligisten ) verschiedene Testspiele macht. Diese sind immer so früh, weil man sonst nicht im Pele-Stadium spielen könnte. Dies ist das zwei größte Ruandas.) So machten wir uns relativ müde auf dem Weg zum Stadion. Doch als wir auf dem Kunstrasen standen war die Müdigkeit verflogen und wir waren bereit für das Spiel. Es war eine extrem schöne Kulisse, auf der einen Seite der „Mount Kigali“ und auf der anderen Seite ging die Sonne gerade über der Stadt auf. Das Spiel lief für uns auch sehr gut und nach einem Hattrick von mir konnten wir das Spiel mit 3:2 gewinnen. Nach dem Spiel waren wir aber wirklich fertig und sind direkt ins Bett gefallen. Aber das war auf jeden Fall eins der schönsten Erlebnisse, einfach weil es recht unverhofft kam.
Am Ende des Monat begann dann weitere Arbeit für mich und Joshua. Unser „Hauptprojekt“ ,die Jugendligen, sollten langsam beginnen und so waren wir mit der Vorbereitung beschäftigt. Für die Vorbereiten gibt es jedes Jahr einen Schiedsrichter-Workshop, wo die Schiedsrichter für die Saison geschult werden. Diesen mussten wir planen und organisieren. Er ging drei Tage und es kamen viele Local-Freiwilligen, um etwas über Schiedsrichter zu lernen. Gleichzeitig mussten wir auch zu einem unserer Standorte, um die Spieler der Teams für die Saison zu registrieren. Das ist auch recht viel, da wir in Kabuye ( dem Standort) eine Jungsliga mit 12 Teams und eine Mädchenliga mit 7 Teams haben. Die Registrierung der Spieler hat zwei Wochenenden gedauert. So konnten wir am 30.11. mit der Liga starten und die ersten zwei Spiele für die Jungsliga verrichten.
Dieses Jahr haben wir insgesamt drei Standorte mit sechs Ligen, die wir organisieren und ausrichten. Die in Kabuye, die jetzt schon gestartet ist, dann noch eine U-17 und U-13 Jungsliga in Kichukiru, die im Dezember startet und eine eine Jungsliga und eine Mädchenliga in Kimisagara; diese startet aber erst in 2025, weil da aktuelle Bauarbeiten sind. So bereiten wir uns gerade auf die Ligen in Kichukiru vor und haben gut zutun.
Mehr gibt es von mir in 2025. Jetzt wünsche ich euch allen eine fröhliche Weihnachten und ein guten Rutsch ins neue Jahr. 🎅🎄
Dezember
Der Dezember hat diesmal wieder etwas ruhiger gestartet. Am Anfang des Monats waren Joshua und ich damit beschäftigt, die „End of Term“ Test vorzubereiten und später dann auch zu korrigieren. Bevor die Schüler in Ruanda Ferien haben müssen sie in der vorletzten Woche in allen Fächern einen Test schreiben. Für den Sporttest, für alle Klassenstufen, waren wir verantwortlich. Das war relativ viel Arbeit, da wir auch nur eine Woche Zeit hatten, um die Tests für die ganze Schule zu korrigieren. Nichts desto trotz hatten wir in der Zeit auch genug Freizeit und so konnten wir uns am ersten Wochenende des Monats das Derby Ruandas im Amahoro-Stadium anschauen. Dort spielten Ryon-Sport gegen APR Kigali. Dies sind die zwei größten Fußballteams des Landes und das Spiel ist vergleichbar mit dem deutschen Klassiker zwischen Bayern und Dortmund, nicht von der Qualität des Spiels, aber von der Stimmung. So war es ein langweiliges null zu null, aber das Stadion war ausgebucht und die 45.000 Fans beider Teams machten wirklich sehr gute Stimmung.
Ab der Mitte des Monats hatten dann auch wir Ferien und waren bereit für unsere erste große Reise. Los ging es mit einer 38 stündigen Busfahrt von Kigali nach Nairobi. Eigentlich hatten wir uns auf 24 bis 26 Stunden eingestellt, doch daraus wurde leider nix und so saßen wir 10 Stunden länger als geplant in unseren Reisebus. Die Fahrt war anstrengend doch am Ende, trotz der Verlängerung, weniger schlimm als erwartet. So sind Finn, Leo, Martha, Lilia, Joshua und ich am 19.12. morgens in Nairobi angekommen und sind direkt in unser Appartement gefahren. Nairobi war wirklich eine sehr schöne und interessante Stadt. Als wir am ersten Tag auf Erkundungstour waren, waren wir in einem Viertel, das mit europäischen Städten vergleichbar ist. Dort gab es Malls, voll mit westliche Läden und Restaurants. Das war für uns schon etwas neues, da wir sowas aus Kigali nicht kannten. Allgemein war Nairobi dann doch ein anderes Kalibar an Großstadt als Kigali. Viel größer, mit mehr Menschen und insgesamt hatte es deutlich mehr zu bieten. Die Tage darauf waren wir in einem Giraffen-Center, wo wir selber die Giraffen füttern konnten, auf dem ConventionCenter, von wo wir den besten Blick über die Stadt hatten und wo uns erst das die schiere Größe der Stadt bewusst wurde, auf verschiedenen kleineren Märkten und in viele Restaurants. Allerdings hatten wir auch nur drei Tage in Nairobi und sind wir am 21.12. schon weitergefahren. Weiter ging die Reise in einem Zug von Nairobi nach Mombassa. Diese Zugfahrt war wirklich eine willkommene Abwechslung zu den Busfahrten und hat uns allen sehr gefallen. Wir sind ca. 6 Stunden durch die wunderschöne Landschaft von Kenia gefahren. Durch Nationalparks, wo wir Elefanten, Zebras und Antilopen sehen konnten und quer durch die Savanne bis nach Mombassa. In der Planung des Urlaubs, haben wir uns mit allen geeinigt in Mombassa Weihnachten zu feiern. So waren wir also alle gemeinsam Leo, Marlene, Hannah, Finn, Maya, Joshua, Lilia, Martha und ich in einem großen Ferienhaus nicht weit vom Meer entfernt. Wir haben die sehr schöne Altstadt erkundet, waren viel am Strand und ab und zu im Meer. Dieses war aber viel zu warm und gar keine Erfrischung mehr. An Heiligabend haben wir dann alle gemeinsam gekocht und ein Krimi-Dinner gespielt. Finn und ich waren für das Chicken verantwortlich und ich muss wirklich sagen, es ist uns wirklich sehr gut gelungen. Der Abend war wirklich schön und so hat mein seine Familie und Freunde etwas weniger vermisst. Außerdem haben wir noch eine Wichtelrunde gemacht, somit gab es sogar Geschenke. Am 26.12. sind wir dann mit einer Fähre weiter nach Sansibar gefahren. Hier hatten wir eine reine Jungs-WG und waren zu fünft, also Finn, Leo, Joshua und Varun und ich in einem wirklich sehr schönen AirBnB. 50 Meter von Meer entfernt und mit einem sehr netten Gastgeber und sehr coolen Nachbaren. Auf Sansibar sind wir bis zum 02.01.2025 geblieben und haben dort auch Silvester gefeiert. Vorher haben wir aber noch die Insel erkundet und am Strand auch einfach mal gar nix gemacht. Einen Tag sind Joshua, die Mädels (Hannah,Maya,Marlene,Lilia und Martha) und ich in den Norden der Insel gefahren. Dort gab es besonders schöne Strände, wo wir erstmal ins Wasser mussten. Wir sind zu einem Auffangstation von Schildkröten gegangen. Dort konnten wir die Schildkröten füttern und sogar mit ihnen schwimmen, was wirklich sehr cool war. Zum Sonnenuntergang haben wir uns dann ein privates Fischerboot gesucht und gefragt, ob wir ein bisschen raus aufs Meer fahren könnten. Das war auch wirklich sehr schön und die Stimmung zum Sonnenuntergang war unvergesslich, das war der Tag im Allgemeinen . An einem anderen Tag haben Finn und ich uns zwei Motorräder geliehen und sind mit Varun und
Leo über die Insel gefahren. Das hat auch wirklich Spaß gemacht und war nochmal ganz anderes. An Silvester haben wir erst zusammen gegessen und haben uns dann mit den anderen ASC-Freiwilligen aus Uganda und Sambia getroffen. Die waren zur gleichen Zeit auf Sambia und wir haben immer mal wieder was gemacht, so dann auch an Silvester. Wir waren gut 40 Leute und sind dann alle gemeinsam in eine Beachbar gegangen und haben dort Silvester gefeiert. Um 0:00 Uhr gab es dann am ganzen Strand Feuerwerk und alle Leute waren in Feierlaune. Ich habe dann bis um 6:00 mit meinen Freunden gefeiert und zum Sonnenaufgang bin ich mit Finn, Lilia, Martha und ein paar andern ins Meer gelaufen.
Sowohl Weihnachten als auch Silvester waren so komplett anderes als meine bisherigen Weihnachts-Erfahrungen und klar habe ich immer mal wieder an Zuhause gedacht, doch beides war eine einzigartige Erfahrung, die ich niemals missen wollen würde.
Am 03.01 ging es dann für Lilia, Martha, Joshua und mich wieder nach Hause. Wir sind von Dar es Salaam mit einem Zwischenstopp in Nairobi wieder nach Kigali geflogen. Und somit war unser erster richtig großer Urlaub dann auch zu Ende.
Januar
Das neue Jahr startet sehr gemächlich und entspannt. Ich glaube wir brauchten alle Urlaub vom Urlaub. Die erste Woche waren wir nur zuhause und haben nix gemacht. Vielleicht mal ins Fitnessstudio oder zu Esperance; Fußball spielen. Auch an meinem Geburtstag haben wir es auch eher ruhig angehen lassen. Wir haben alle gemeinsam Kaffee und Kuchen gemacht und Lilia und Martha haben für mich den Schoko-Kuchen, den ich am liebsten mag gebacken. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut und ich hatte allgemein einen sehr schönen Tag. Am Abend waren wir dann noch bei einem indischen Restaurant und haben gemeinsam mit ein paar Freiwilligen und auch local Freunden von Esperance gegessen. Damit war mein Geburtstag dann auch schon wieder rum. In den nächsten Tagen ist ebenfalls nicht wirklich viel passiert und wir haben relativ viel Zeit als WG auf dem Sofa verbracht. Am 13 Januar hatte dann auch Joshua Geburtstag. Den haben wir genauso entspannt gefeiert. Vormittags haben wir Kuchen gegessen und abends haben wir zusammen mit Jerome und Hannah Burger selbst gemacht mit Hackfleisch aus einer deutschen Metzgerei. Das war auch ziemlich lecker. Zu dem Zeitpunkt hat mein normaler Arbeitsalltag schon wieder begonnen gehabt. Das heisst ich bin wieder in der Schule gewesen und habe normal unterrichtet und habe auch wieder den Anfängerkurs in Deutsch gegeben. Zusätzlich waren Joshua und ich an den Wochenenden bei der Jugendliga in Kabuye und haben dort zugeschaut. Da war es teilweise richtig heiß, obwohl es morgens nach Regen aussah. Bis dahin war der Januar wirklich ein eher ruhiger Monat, wo wenig passiert ist. Gegen Ende des Monats hatten wir leider eine kleine Plage. Wir haben in unseren Betten Bettwanzen entdeckt, was natürlich nicht so ein schöner Fund war. Bettwanzen sind ziemlich lästig, da man sie nur schwierig ohne einen Kammerjaeger oder jegliche Erfahrung in der Bekämpfung los wird. Wir haben uns zum Bekämpfen bei einem Laden für Landwirtschaft ein Mittel besorgt, was dafür sorgen sollte, dass alle Bettwanzen und auch die Eier absterben. Bevor wir dieses im ganzen Haus versprühen konnten, mussten wir alle unsere Klamotten in einen Sack tun, damit diese einmal heiß gewaschen werden konnten. Nachdem alles gründlich eingesprüht wurde und wir alle ein sauberes Set Klamotten eingepackt hatten, welches sicher Bettwanzenfrei war, damit wir am nächsten Tag keine Bettwanzen wieder ins saubere Haus bringen konnten, sind wir lieber in ein Hotel gegangen für die Nacht. Dort haben wir uns nach dem anstrengenden Tag eine leckere Pizza gegönnt und sind dann auch schnell ins Bett gegangen. Der Januar ist damit nicht ganz so ideal geendet, da der Aufwand leider noch nicht vorbei war. Trotzdem war es eigentlich ein sehr entspannter Monat.
Februar
Wer dachte, dass das einmalige Bekämpfen von Bettwanzen reicht, hatte sich bei uns leider geirrt. Denn als wir Ende Januar die erste Welle der Bettwanzen überstanden hatten und dachten wir wären frei von ihnen, waren sie in Wirklichkeit nie weg. Nach zwei entspannten Tagen im Februar machte uns Maya, die bei uns geschlafen hatte, darauf aufmerksam, dass in ihrem Bett immer noch Bettwanzen seien. Somit hieß es, das ganze Prozedere noch mal von vorne. Also alles wieder raus aus der Wohnung räumen und dieses mal noch gründlicher die Wohnung mit Pestiziden einsprühen und all unsere Klamotten waschen. So konnten wir wieder nicht bei uns zuhause schlafen und mussten für zwei weitere Tage in ein Hotel gehen. Wir haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen und haben alle zusammen mit angepackt. Natürlich war das ganz klar nicht die entspannteste Woche hier und wir waren alle zeitweise am Limit, aber auch diese Woche haben wir überstanden und konnten nach dem zweiten Bettwanzen Angriff auch endlich wieder richtig und für länger als zwei Tage bei uns einziehen. Natürlich war das Chaos in der WG auch nach dem Bettwanzen vorhanden, aber nach einer weiteren Wochen des Aufräumen war die WG wieder richtig wohnlich eingerichtet. Danach konnten wir erstmal wieder ganz entspannt unseren Alltagsaufgaben, wie Schule und Jugendliga nachgehen. Schule lief in dieser Zeit sowieso immer ganz gut und ich konnte mit meinen Klassen auch neue Sportarten, wie Goalball auch praktisch machen. So lief unser Alltag ganz normal weiter, bis zum 17.02. wo meine Eltern zu Besuch gekommen sind. Wir haben sie alle gemeinsam von Flughafen abgeholt und ich bin mit ihnen zum Hotel gefahren. Die ersten paar Tage habe ich ihnen dann Kigali und meine Projekte gezeigt. Wir sind zum Genocide Memorial gegangen, haben uns die Innenstadt und Kimisagara und unser Haus angeschaut und ich habe ihnen meine Schule und Esperance vorgestellt. Außerdem brauchten meine Eltern die ersten Tage auch um anzukommen und sich an alles Klima, Menschen und Kultur zu gewöhnen. Nach vier Tagen ging es für uns dann das erste Mal raus aus Kigali. Unser erster Halt war der Akagera-Nationalpark. Dort haben wir eine Nacht geschlafen und am nächsten Tag früh morgens eine Safari gemacht. Im Akagerapark kann man mit seinem eigenen Auto durch den Park fahren und so brauchten wir nur einen Guide und waren dann den halben Tag bis 15:00 Uhr auf Safari. Wir hatten auch wirklich Glück und konnten alle Tiere, die man sehen kann, auch sehen. Wir hatten direkt vor unserem Auto Nasshörner und Elefanten und konnten auch Giraffen und Wasserbüffel sehen. Überall im Park waren Zebras und verschiedene Antilopen, die auch mal über die Straßen gelaufen sind. Wir haben Flusspferde im und außerhalb vom Wasser gesehen. Wir konnten unzählige Vögel und auch ein kleines Krokodil beobachten. Aber mein persönliches Highlight war ganz am Anfang. Dort hatten wir nämlich das Glück zwei Löwenmännchen zu beobachten, was schon sehr beeindruckend war. Nach der Safari ging es für uns dann wieder zurück nach Kigali und wir haben eine Nacht kurz Pause gemacht, um am nächsten Morgen weiter Richtung Nianza zu fahren. Dort haben wir uns den Königspalast und die königlichen Kühe für den damaligen König von Ruanda angeschaut. Danach sind wir direkt weiter zu unserm Hotel beim Nunygwe-Regenwald gefahren. Dort waren wir zwei Nächte und haben auch zwei Touren gemacht. Die erste war eine Tageswanderung einmal durch den Nationalpark. Mit einem Guide zusammen sind wir ca. 6 Stunden durch den Regenwald gelaufen. Wir sind zu vier Wasserfällen und über einen 80 Meter lange Hängebrücke gelaufen. Der Regenwald war auch wirklich sehr beeindruckend und gerade die riesigen und uralten Bäume haben uns alle fasziniert. Wir standen auch vor dem größten und ältesten Baum des Parks, einem 350 Jahre alter Mahagoninbaum. Da hat man sich ziemlich klein gefühlt. Allgemein war die Wanderung wirklich sehr schön und man konnte sehr viel Flora und Fauna sehen, aber für meine Eltern auch sehr anstrengend und Kräfte zehrend. So entschieden wir uns für den nächsten Tag nur eine kleine Tour zumachen. Dort haben wir dann ein Affentrekking gemacht, wo wir eine Horde Black and white colobus monkeys, eine kleine Primatenart, gesehen haben. Diese waren zum Glück nicht weit von der Straße entfernt und so mussten wir uns nur ein kleines Stück mit Rangern durch den Regenwald schlagen und standen dann mitten drin in der Horde. Die haben wir denn eineinhalb Stunden beobachtet und sind dann weiter gefahren. Auch das war sehr schön anzuschauen und man musste immer aufpassen, dass man nicht angepinkelt wird. Weitergefahren sind wir dann zu unserm nächsten Hotel direkt am Ufer des Lake Kivu. Dort hatten wir zwei weitere Tage ein sehr schönes und kleines Hotel. Wir konnten dort echt sehr gut runterkommen, die Natur und den See genießen und ein bisschen die Beine baumeln lassen. Wir haben eine geführte Bootstour über den Lake Kivu gemacht und ich bin sowohl mit meiner Mutter als auch alleine in einem Kanu noch einmal ein bisschen über den See gefahren. Der See war wirklich sehr schön und friedlich auch gerade mit dem Hintergedanken, dass auf der anderen Seite des Sees der Kongo und der Konflikt mit der M23 herrscht. Davon haben wir haben die ganze Zeit wirklich nichts mitgekriegt. Gegen Abend konnten wir dann die Fischer auf dem See beobachten. Sie fahren jeden Abend raus auf den Lake Kivu, um dort während der Nacht zu angeln. Gleichzeitig mit den Fischern zog auch jeden Abend ein Gewitter über den See auf und wir hatten immer Mitleid mit den Fischern. Aber die Gewitter waren auch wirklich sehr cool sich anzuschauen. Am nächsten Tag haben wir uns dann zu unserm letzten Halt, den Vulkanen, aufgemacht. Auf den Weg zu ihnen mussten wir einen Stopp einlegen. Denn auf unseren Weg war an dem Tag die Tour de Rwanda, das größte Fahrradrennen Afrikas. In Kibuye, einer Stadt am Lake Kivu war das Ende des Tagesrennen. So hatten wir beste Plätze, um den Endspurt der Athleten live mit anzufeuern. Nachdem das Rennen dann zu Ende war, konnten wir weiter fahren und kamen am Nachmittag in unserer Ferienwohnung bei den Vulkanen an. Dort haben wir uns für den nächsten Tag für eine Vulkantour entschieden. Wir wollten auf den Mount Bisoke, einen ca. 3600 Meter hohen Vulkan, der einen Vulkansee hat, und von dem man eine wirklich schöne Aussicht hat. Allerdings war diese Tour diesmal deutlich zu anstrengend für meine Eltern und sie haben nur die Hälfte des Vulkan mit noch ein paar anderen gemacht. Am Tag drauf haben wir eine ganz entspannte Affentour gemacht, wo wir mitten in einer Horde von Golden Monkeys standen. Danach sind wir dann wieder zurück nach Kigali gefahren und ich habe meine Eltern erstmal in einem sehr schönen Hotel abgesetzt. Ich muss wirklich sagen, dass dieser ganze Urlaub für mich wirklich sehr schön war, weil ich noch nie so viel von dem Land gesehen habe und ich war mindestens genau so beeindruckt wie meine Eltern. Mir war nicht bewusst, wie Fassetten reich Ruanda als Land ist und das es noch so viel mehr gibt als Kigali.
März
Meine Eltern sind noch vier Tage in Kigali geblieben, bis sie dann wieder nach Hause fliegen mussten. In den Tagen haben wir es auch ein bisschen entspannter angehen lassen, was auch nicht verkehrt war nach dem ganzen Programm der letzten Tage. Wir waren noch an verschieden Orten in der Stadt und haben sowohl meine WG besucht, als auch das eine oder andere bessere Restaurant. Am letzten Tag deren Besuches war ich mit meinem Vater noch auf einem Pflanzenmark und wir haben ein paar Pflanzen für unsere WG gekauft. Das wollte ich schon die ganze Zeit machen und es hat sich gut angeboten das mit meinem Vater zu machen. Dann war der Urlaub von meinen Eltern auch schon wieder zu Ende. Sie haben sich noch von allen verabschiedet und habe ich sie zu Flughafen gebracht. Für mich ging aber nicht einfach der normale Alltag weiter. Denn während meine Eltern da waren, kam auch unsere ASC-Verantworliche Liesa nach Ruanda, um mit uns das Zwischenseminar zu gestalten. Nachdem meine Eltern also weg waren hatten wir noch ein paar Tage unsere Projekte, wo Liesa immer mal wieder mit zugeschaut hat und dann sind wir aber alle zusammen Richtung Nyungwe-Nationalpark gefahren, dort war unser erster Stopp. Denn wir hatten uns im Vorhinein geeinigt, dort einen Halbmarathon beim Nyungwe-Marathon zu machen. Da wir ja eine Sportorganisation sind, dachten wir uns: „das passt“. Allerdings waren nicht alle von uns fit und so haben wir uns aufgeteilt. Die eine Hälfte hatte die 10 Km gemacht und die Andere die 21 Kilometer. Ich war bei den 21 Km dabei und bin zusammen mit Lilia, Leo, Finn, Liesa, Freddy (einem Referenten und Vorfreiwilligen) und Hannah (ebenfalls Vorfreiwillige) gelaufen. Das Hauptziel war ins Ziel zu kommen und das haben auch fast alle geschafft. Aber es war ziemlich anstrengt und als es dann auch noch heftig angefangen hat zu regnen, war es nur noch der Wille, der einen weiter machen hat lassen. Aber ich habs geschafft und war sehr zufrieden mit mir und der ganzen Gruppe. Nach dem Marathon ging es dann für uns alle weiter zu unserer Unterkunft am Lake Kivu, wo wir unser Zwischenseminar hatten. Das war echt sehr schön, wir haben das Halbjahr einmal besprochen und Probleme in der Gruppe geklärt. Wir hatten verschiedene Einheiten auch zum Thema Politik und Kultur. Insgesamt ging das Zwischenseminar 5 Tage und für mich haben sich auch diese Tage angefühlt wie Urlaub. Dann war das Seminar auch schon wieder vorbei und wir sind zurück nach Kigali gefahren. Wir hatten wieder ein zwei Tage normal unsere Projekt in den Schulen, wo Liesa wieder vorbei geschaut hatte. Am Wochenende hatten Joshua und ich nochmal richtig was zutun, denn wir hatten die Eröffnungsfeier der Kicokiru youth league. Neben der Kabuye youth league hatten wir uns nämlich noch um eine zweite Jugendliga gekümmert. Zusammen mit Amahoro, unserem Partnerverein in Deutschland, haben wir in Kicokiru zwei Ligen, eine U17- und eine U13- Jungsliga, organisiert. Am 22.03. hatten wir dann also unsere Eröffnungsspiele mit ein bisschen Musik, Getränken und jede Menge Kindern. Auch dort haben Liesa und ein paar Referenten vorbei geschaut und mit einer kleinen Regenpause war das ganze Event eigentlich ein voller Erfolg. Nun hatten wir also insgesamt vier Ligen, um die wir uns kümmern mussten, was aber mit der Hilfe von Esperance und deren Leiter Coach Sauve gar kein Problem war. Danach neigte sich der Monat aber auch langsam dem Ende zu und nachdem Liesa wieder zurück nach Deutschland geflogen ist kamen wir wieder in unseren normalen Alltag zurück, was auch wirklich schön war. Einfach wieder zur Schule gehen und mit den Schülern ein bisschen quatschen und Sport machen, macht auch echt Spaß.
April
Der April hat mit einer Runde Volleyball zwischen den Lehren meiner Schule gegen die Esperance-Freiwilligen angefangen. Ich war im Team der Lehrer und das war echt verrückt. Denn ein paar von den Lehren sind echt ziemlich cool und haben immer Spaß am spielen. Danach hatten wir aber wieder normal Schule bis zur Mitte des Monats. Dann waren wieder Ferien. In den paar Wochen haben wir erst normalen Unterricht gemacht und dann war wieder Exam-Phase. Heißt wir mussten Sportexamen für jede Klassenstufe erstellen und nachdem alle ihre Examen geschrieben hatten, dann auch wieder korrigieren. Sport ist jetzt kein so wichtiges Fach, dass man dort irgendwelche Vorgaben hätte. Also konnte wir sehr einfach Examen machen und haben darauf geachtet, dass alle eine halbwegs gute Note in Sport bekommen haben. Als wir dann fertig mit korrigieren waren und die Noten der Schule weitergereicht haben, hatten wir dann Ferien. In dieser Zeit waren auch die Eltern von Martha und Lilia da und sie haben mehr oder weniger das gleiche Programm gemacht wie ich. Das hieß aber, dass Joshua und ich alleine zuhause waren und so haben wir uns entschieden, einen spontanen Kurztrip zu machen. Wir sind für vier Tage nach Kampala, der Hauptstadt von Uganda gefahren. Also haben wir unsere Rucksäcke gepackt und am 14.04. sind wir Abends in den Bus gestiegen und am nächsten Tag Morgens in Kampala angekommen. Wir hatten ein sehr schönes Hostel und nachdem wir etwas gefrühstückt haben und uns Sim-Karten geholt hatten sind wir dann auch erstmal für eine kurze Pause in unser Hostel gefahren. Die restlichen Tage haben wir die Stadt erkundet, uns mit den ASC-Freiwilligen aus Kampala getroffen und waren viel shoppen, denn wir hatten das Ziel, schöne vintage Trikots zu finden. Kampala war wirklich eine beeindruckende Stadt. So viel größer und mit mehr Chaos als in Kigali. Wir waren auf verschiednen Märkten für Klamotten und Lebensmittel und sind einfach nur durch die Stadt gelaufen. Auf den Märkten für Klamotten waren wir dann natürlich auf der Suche nach den vintage Trikots, doch das war schwieriger als gedacht. Am Ende sind wir aber doch auf unsere Kosten gekommen und haben ein paar Trikots von Brasilien, Milan, Australien und Liverpool gekauft, alles ziemlich günstig. Aber es war auch einfach schön nur durch diese Stadt zu laufen. Wir haben uns das Chaos auf einem Busbahnhof bestimmt eine halbe Stunde angeschaut und saßen einfach nur da. Abends haben wir dann immer noch was leckeres gegessen und sind dann todmüde ins Bett gefallen. Kampala, diese lebendige Stadt, war wirklich ein cooles Erlebnis und ich bin froh, dass ich das in meinem Jahr hier auch gemacht habe. Danach ging es für uns auch schon wieder zurück nach Kigali. Wir hatten dann noch eine Woche, wo wir Ferien hatten und ein bisschen gechillt haben. Dort kamen dann aber auch die Kampala-Freiwilligen, die wir zuvor besucht hatten, spontan zu uns und haben sich für vier Tage Kigali angeschaut. Aber da hatte teilweise unsere Schule wieder angefangen und wir hatte nicht so viel Zeit uns um die zu kümmern. Am Ende des Monats wurden wir dann wieder zu einer Hochzeit von Freunden von Domy eingeladen. Eigentlich hatten wir nicht so Lust auf die Hochzeit, doch wie so oft, wenn man ohne Erwartungen in eine Sache reingeht wird man meistens positiv überrascht, so auch hier. Wir hatten echt Spaß und haben diesen Abend auf der Hochzeit wirklich genossen. Dann war auch der April schon wieder vorbei und man merkt wirklich wie, schnell die Zeit vergeht und wie wenig Zeit wir eigentlich nur noch hier haben.
Mai
Der Mai war ein eher ruhiger Monat. Am Anfang haben Martha und ich noch einen Kurztrip nach Musanze, zu den Vulkanen gemacht. Dort waren wir an einem See und hatten nur ein Wochenende um mal raus zukommen aus Kigali und ein bisschen die Ruhe zu genießen. Außerdem hatten wir in dieser Zeit viel Besuch von unseren Mitfreiwilligen aus den anderen Ländern. Denn so wie wir Uganda und deren Freiwilligen im Laufe des Jahres besucht haben, hatten auch diese vor uns zu besuchen. So kamen verschiedene Freiwillige über den Mai verteilt und unsere Wg verwandelte sich in eine kleine Jugendherberge. Wir mussten aber ganz normal arbeiten und weiter an der Schule unterrichten um die Kinder auf die Final-Exams, die Abschlussprüfungen vorbereiten. Für uns ging also der Alltag weiter und wir konnten unseren Besuchern zeigen, wo und wie wir arbeiten, denn jede Einsatzstelle beim ASC ist anders und die Freiwilligen-Arbeit in Uganda unterscheidet sich schon deutlich von unserer bei Esperance und der Schule. Zusätzlich zu unserer Arbeit kam im Mai auch die Vorbereitung der Süd-Nord-Freiwilligen dazu. Denn so wie unser Nord-Süd-Programm jedes Jahr Hunderte von deutschen Freiwilligen nach ganz Afrika schickt, so gibt es auch ein Partnerprogramm, das jedes Jahr Freiwillige aus verschiedenen afrikanischen Ländern nach Deutschland schickt. In unserem Jahr gab es vier Esperance-Freiwillige, die über den ASC nach Deutschland gegangen sind. Um sie richtig auf ihre Einsatzstelle und die großen Umstellungen in Deutschland vorzubereiten haben wir verschiedene Seminare geleitet. Wir haben über die typisch deutsche Kultur, den öffentlichen Nahverkehr und die Wohnungslage in Deutschland gesprochen. Und natürlich auch alle weiteren Fragen die aufkamen beantwortet. Zum Schluss haben wir dann noch eine Abschiedsparty für die Freiwilligen bei uns Zuhause organisiert, wo wir noch einmal zusammen mit den feiern konnten. Und dann war es auch schon soweit und wir haben Aime, Dideu, Idrissa und Azizha am 1. Juni noch mit zum Flughafen gebracht und dann verabschiedet.
Juni
Der Juni war unser letzter Monat Schule im Projekt. So langsam haben markte man, dass das Jahr bald vorbei ist und uns leider echt nicht mehr viel Zeit blieb. So haben wir auch schon unseren letzten großen Urlaub für Juli geplant, wo wir nochmal mehr von Ostafrika sehen wollten. Aber erstmal hatten wir noch Schule und mussten die Final Exam für unsere Klassen in Sport gestalten. Wir hatten noch die erste Woche Schule, bevor dann die Lernphase für die Schüler began und sie nur noch ihre Klausuren schreiben mussten. In der Woche habe ich mit meinen Klassen nur noch Spiele gespielt und nochmal ein bisschen Spaß gehabt. Wir haben viel Fußball und Volleyball gespielt und auch ich haben das ein oder andere Mal mitgespielt.
Ab der zweiten Woche haben mich dann noch mein Onkel und mein Cousin besucht und wir wollten nochmal 10 Tage Urlaub in Ruanda machen. Aber erst hatte ich noch eine Challenge zu absolvieren. Am Wochenende stand nämlich der Kigali-Marathon an und ich hatte mir vorgenommen den Halbmarathon zulaufen. Für den Marathon kamen auch nochmal Freiwillige aus Uganda zu besuch, die diesen auch laufen wollten. Ich muss sagen, der Halbmarathon war wirklich hart und ich fand ihn auch schwerer als meinen Ersten im Nungywe Nationalpark. Aber ich habe ihn gemeistert und bin völlig fertig, mit Unterstützung meines Besuchs, ins Ziel gekommen. Danach hatte ich leider auch keine Zeit zum Ausruhen, denn es ging direkt weiter zum Akagera Park für eine Safarie am nächsten Tag. Diese war auch echt schön und wir hatten auch ziemliches Glück, weil wir drei Löwen sehr nah bei uns sehen konnten, was wirklich beeindruckend war. Ich habe mit meinem Onkel und Cousin die gleiche Route gemacht, wie mit meinen Eltern und so ging es vom Akagera weiter zum Nungywe Park. Dort haben wir ein Schimpansen-Trecking gemacht. Das war wirklich sehr cool und wir konnte eine ganze Gruppe von Schimpansen in den Bäumen über uns und auf dem Boden neben uns beobachten. Dann ging es weiter über den Kivu See und dem Volcanos Nationalpark wieder nach Kigali. Bei beiden Station haben wir annähernd da gleiche gemacht wie mit meine Eltern. So konnte ich für Stefan und Elia ein noch besserer Touristenführer sein, als für meine Eltern. Ich wusste noch besser wo die schöneren Platze und Aktivitäten sind und so konnten wir uns einen wirklich schönen Urlaub machen, der aber leider zu schnell vorbei ging. Denn für mich ging nachdem wir wieder in Kigali waren gleich weiter. Stefan und Elia sind dann wieder nach Deutschland geflogen und ich hatte meine Abschlusszeremonie in der Schule, bzw. mit den Lehrern. Dies hieß allerdings erst einmal Noten für die Schüler eintragen. Nachdem das geschafft war gab es dann eine Abschlussveranstaltung mit den Lehrern. Mit den sind wir in eine eigens für die Lehrer reservierte Bar gefahren und konnten uns da den ganzen Abend vergnügen. Wir konnten so viel Essen und Trinken wie wir wollten und die Lehrer hatten auch echt gute Laune mitgebracht. Allerdings ging es für mich in dieser Nacht auch schon weiter, denn Finn und ich hatten unseren Urlaub so geplant, dass wir direkt am ersten freien Tag losfahren Richtung Tansania. So haben wir den letzten Abend mit den Lehrern genossen, sind aber schon relativ früh gefahren, damit wir noch fertig packen konnten und uns dann auf den Weg machen konnten. Und dann ging für mich und Finn die letzte Reise unsere Jahres los. Erster Halt Arusha. Geplant hatte wir ca. eine 30 stündige Busfahrt. Doch in Afrika brauchst du nie irgendetwas nach Zeit planen, denn es kommt eh immer anders als man denkt. So haben wir keine 30 sonder ungefähr 45 Stunden mit Zwischenübernachtung gebraucht. Auch diese Bus fahrt war ein Abenteuer, aber am Ende haben wir es geschafft und sind heile in Arusha angekommen. Dort haben wir uns dann mit Martha und Lilia getroffen, die das Flugzeug genommen haben. Und dann war auch den Juni schon wieder vorbei.
Juli
Von Arusha ging es dann für Finn und mich weiter nach Moshi, denn unser erstes richtiges Ziel war der Kilimandscharo. Mit einem Freund von Finn den wir in Moshi getroffen haben, wollten wir nämlich auf den Kilimandscharo wandern. 5 Tage, eine geführte Wanderung und ca. 100km und 5000 Höhenmeter. Diese Wanderung war eine der einzigartigsten Erfahrungen meines Leben. Es war anstrengend, kräftezehrend und zwischendurch wirklich sehr hart, aber auch wunderschön und bereichernd. Als ich pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Peak des Kilimandscharo stand war ich der glücklichste Mensch auf Erden. Es war so wunderschön dort oben und dieses ganze Abenteuer hat sich wirklich gelohnt. Danach ging es dann weiter nach Dar es salam, wo wir den Freund von Finn verabschiedet haben und uns wieder mit Martha und Lilia getroffen haben. Dort haben wir dann drei Tage Pause gemacht und konnten uns ein bisschen erholen. Unser nächstes Ziel war dann die Grenze nach Malawi. Bis dahin sind wir, wieder zu zweit, mit dem Bus gefahren. Diesmal aber nur 12 Stunden. Wir hatten aber vor noch am gleichen Tag nach Malawi reinzukommen. So haben wir uns ein Bus, bzw. Taxi organisiert was uns bis an die Grenze gebracht hat. Von dort ging es dann mit einem kleine Toyota, völlig überfüllt, als Taxi weiter ins Inland von Malawi. Mittlerweile war es schon Abend geworden und wir waren schon 24 Stunden unterwegs. Dann hatte unser Taxi auf einmal ein Platten und wir standen da. Der Fahrer war auch leider nicht in der Lage den Reifen zu wechseln, weil er gar keinen anderen hatte. So standen wir mitten im Nirgendwo für ein paar Stunden, bis wir uns entschieden hatte weiter zu trampen. Glücklicherweise hat uns ein LKW mitgenommen. Ein sehr netter Fahrer der leider kein Englisch konnte. Mit dem fuhren wir dann weiter, übernachteten eine Nacht in seiner Kabine und fuhren am nächsten Tag zu unserem eigentlich Ziel, dem Lake Malawi. Und ich muss wirklich sagen, auch dieses Abenteuer hat sich wirklich gelohnt. Der Lake Malawi und die Lodge die wir hatten waren wunderschön. Leider hatten wir nur einen Tag dort, aber dieser war wirklich Erholung pur.
Danach ging es dann weiter nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Lilongwe war nicht wirklich spektakulär oder beeindruckend. Es ist eine sehr große Stadt und durch zieht sich alles auf. Es ist auch eine sehr arme und dreckige Stadt, die mehr vom stereotypischen Afrika zeigt. Von dort aus ging es dann mit dem Bus weiter nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia. Da haben wir eine Nacht übernachtet und sind dann nach Livingston zu unsren Mitfreiwilligen gefahren. Dort haben wir uns die Victoria Falls angeschaut und haben wild Wasser rafting gemacht. Beides war echt cool und beeindruckend. Nach drei Tagen ging es dann wieder nach Lusaka und dann mit dem Flieger wieder nach Kigali. Der ganze Urlaub war wirklich spektakulär und ich würde ihn jederzeit wiedermachen.
In Kigali haben wir dann noch ein ziemlich überraschendes Ferienprojekt bekommen. Jeweils immer zu zweit sollten wir an einer privaten Grundschule außerhalb von Kigali den Sportunterricht gestalten. Dieses Projekt hat wirklich spaß gemacht und man konnte richtigen „Unterricht“ mit verschiedenen Übungen und Spielen machen. An der Schule war es den Kindern nur erlaubt französisch oder englisch zu sprechen und so war die Sprachbarriere quasi nicht vorhanden und wir konnten richtig mit den Kindern arbeiten. Ich war leider nur zwei mal da, aber es hat es spaß gemacht und ein richtig cooles Projekt.
August
Unser letzter Monat in Ruanda hat mit einem Konzert in der BK-Arena angefangen. Der Hauptact war Arya Star, begleitet von mehrerer Voracts. Ich kannte leider nicht so viele Lieder, aber es war ein sehr schönes Konzert und wir konnten zusammen ein bisschen spaß haben. Da es nun schon unser letzter Monat war hatten wir einige Abschiedsveranstaltungen zu organisieren. Zum Einen mussten Joshua und ich die Jugendligen in Kicukiro und Kabuye beenden und zum Anderen wollten wir noch einen Abschied mit dem Deutschkurs und den Esperance-Freiwilligen machen. So hatten wir im letzten Monat doch noch ein bisschen Stress. Wir haben uns oft mit coach Sauve getroffen um die Abschlusszeremonien der Ligen zu planen und auch die Preise dafür zu organisieren. So haben wir aus einem Mix aus Sachspenden aus Deutschland und gekauften Sachen, die ich von meinem übergebliebenen Spenden finanziert habe, viele verschiednen Preise für die jeweilige Siegerteams bereitgestellt. Als erstes war die „Kabuye youth league“ an der Reihe. Angefangen haben wir mit jeweils einem Spiel der Mädchenliga und der Jungsliga, als Abschlussspiel. Danach haben wir dann noch ein paar Amandasi und was zutrinken für die Kinder bereitgestellt und nach einer kleinen Mittagspause war dann die Siegerehrung. Jeweils die ersten Drei der jeweiligen Ligen haben aufsteigend Bälle, jersey und ganze Trikosets bekommen. Außerdem gab es noch Einzelpreise für den besten Spieler, Torwart und fairsten Coach. So haben wir dann nach ein paar Reden die Preise an die Teams gegeben und sie ein bisschen feiern lassen. Am Ende war es ein sehr erfolgreicher Tag über den sich hoffentlich alle Kinder gefreut haben. Klar man musste auch viel improvisieren, aber am Ende hat alles so geklappt wie wir uns das vorgestellt haben und wir waren echt zufrieden. Weiter ging es dann mit der Jugendliga in Kicukiro. Dort war es ja die erste Saison überhaupt und so mussten wir da nochmal mehr abliefern. Die Preise waren fast die gleichen wie in Kabuye. Außerdem haben wir noch Musik und Essen organisiert. Dann gab es wieder zwei Spiele, jeweils eins der U13 und eins der U17. Nach der Mittagspause war dann auch da die Siegerehrung dran. Diesmal auch mit Unterstützung vom Schulleiter von der Schule in Kicukiro und Domy unseren Mentor. Dies hieß natürlich mehr und längere Reden, wie es sich eben gehört in Ruanda und dann wieder die Übergabe der Preise. Ich würde sagen auch diese Abschlusszeremonie war ein voller Erfolg und an den Gesichtern der Spieler und Coachs konnte man auch sehen, das es auch ihnen gefallen hat.
Und so haben Joshua und ich mit Hilfe von Phillip eine ganz neue Jugendliga für Amahoro auf die Beine gestellt, die gut funktioniert und Spaß macht. Darauf bin ich wirklich stolz und ich hoffe, dass sie sich auch langfristig hält und unsere Nachfreiwilligen die Liga weiterführen. Damit war auch unser erstes Projekt in diesem Jahr abgeschlossen und für mich hat die Arbeit mit der Jugendliga wirklich spaß gemacht und ich hatte auch das Gefühl das wir dort wirklich was bewirken konnten.
Als nächstes war dann der Deutschkurs dran. Dort hatte wir schon im Vorfeld einen Test geschrieben, der auf dem A1 Niveau des Göthe-Institut angelehnt war. Für die Rückgabe der Test inklusive einem selbst erstellten Zertifikat für die Teilnahme an unserem Kurs haben wir dann einen deutschen Abend organisiert. Für diesen haben wir Bratwürstchen aus der „German Butchery“ gekauft und zuhause richtigen deutschen Kartoffelsalat gemacht. Dann haben wir quasi ein kleines Büffet für die Teilnehmer aufgebaut und jeder hat ein Würstchen und Kartoffelsalat bekommen. Für viele war das Prinzip eines Würstchen neu, den sie keinen nur Fleisch am Spieß. So war es ziemlich lustig ihre Überraschung zu sehen als das Fleisch quasi ohne alles auf den Grill kam. Aber es hat funktioniert und es hat wirklich jedem geschmeckt und sie konnten gar nicht genug davon bekommen. Nach dem Essen haben Joshua und ich dann die Übergabe der Zertifikate und Tests gemacht und dann war der Abend auch schon wieder zu Ende. Für uns war es ein entspannteres Event, was aber auch echt spaß gemacht hat. Allgemein muss man sagen, dass auch der Deutschkurs ein sinnvolles Projekt ist und man bei manchen wirklich auch gute Fortschritte über das Jahr sehen konnte. Der Deutschkurs war nicht immer einfach und hat auch nicht immer Spaß gemacht, aber im Großen und Ganzen war auch das ein sehr cooles Projekt was auch mir persönlich viel gebracht hat.
Als letztes hatten wir dann noch ein Feiernturnier bei Esperance, wo wir als Trainer immer jeweils ein Team pro Altersgruppe hatten. Das lief den ganzen August und wurde von den Esperance-Freiwilligen organisiert. Ich hatte jeweils ein Team der U8,U12,U15 und ich war mit allen immer FC Bayern. Mit meinen Jüngsten hab ich auch das Turnier gewonnen und mit den anderen lief es eher durchwachsen. Aber auch das hat wirklich Spaß gemacht und war unsere erste richtige Arbeit mit den kinder von Esperance. Auch das war ein sehr cooles Projekt wo wir uns oft ausgeklinkt haben, aber was am Ende auch wirklich sehr schön war. Zum Schluss gab es dann ein Siegerehrung für alle Kinder und ich konnte mit meinem jüngsten ordentlich feiern. Das war wirklich sehr süß.
Dann war der August auch fast schon zu Ende und wir hatten schon die ersten von unserer Gruppe zum Flughafen bringe müssen. In den letzten drei Tagen kamen dann unsere Nachfreiwilligen und wir haben wir die ein Programm zum kennenlernen der Projekte und der Stadt gemacht. Wir haben unseren Nachfreiwilligen Esperance und die Schule gezeigt und haben mit ihnen Fußball und Volleyball gespielt.
Für den letzten Abend haben wir dann noch eine letzte Hausparty bei uns organisiert. Eine Abschiedsparty für uns und eine Willkommensparty für unsere Nachfreiwilligen. Die hat sehr viel Spaß und war unser eigentlicher Abschied von Esperance und unseren Freunden. Daher war sie auch sehr emotional und an manchen stellen auch wirklich traurig, aber irgendwie natürlich auch schön. Dann hieß es für uns auch schon Koffer schließen und Abschied nehmen. Spätesten am Flughafen mussten wir dann endgültig allen Tschüss sagen und dann saßen wir auch schon im Flieger und mit ein paar Tränen im Auge haben wir dann den letzten Blick auf Kigali genossen…..